Eine neue Welt

Auch wenn Corona mal vorbei ist, gibt es kein Zurück zu unserer herkömmlichen Welt, in der Kontrolle, Sicherheit und Planbarkeit zum Alltag gehörten. Zurzeit befinden wir uns in einer Übergangsphase zu einer noch unbekannten neuen Welt. Deswegen ist es wichtig, die innere Ruhe und das Vertrauen ins Leben zu behalten, unabhängig davon, von dem was in der Aussenwelt passiert.

Zuvor konnten wir trotz Globalisierung relativ gut planen, weil wir die Risiken von aussen realistisch einschätzen konnten. Jetzt tritt ein unscheinbares Virus in unsere Welt und stellt sie auf den Kopf. Die erste Reaktion ist natürlich, mit bekannten Verhaltensmustern zu reagieren – das Virus zu kontrollieren, um wieder Sicherheit und Planbarkeit in den Alltag zu bekommen.

Wie wäre es, wenn dieses Virus uns einen Impuls geben möchte, neue Wege zu gehen, um eine Welt zu kreieren, die viel mehr unserem natürlichen Wesen entspricht – frei, spontan, freudig, lebhaft, authentisch und miteinander?

Hier sehe ich gute Chancen für diese neue Welt, wenn wir uns von Kontrolle, Sicherheit und Planbarkeit etwas lösen könnten – dadurch gewinnen wir an Lebensfreude und einen Mehrwert hinsichtlich unserer physischen und psychischen Gesundheit.

Kreativität löst Kontrolle ab

Überlegen Sie sich mal, wie viel Platz Kreativität im Berufsalltag bekommt. Man beklagt sich über die ineffizienten und unlogischen Abläufe, und trotzdem bleibt alles beim Alten. Warum? Ist es die Angst, neue Wege ins Unbekannte zu gehen? Dank Corona wurden Unternehmen in einem ersten Schritt gezwungen, Mitarbeitern zu vertrauen und neue Wege wie beispielsweise Homeoffice zu gehen. Welche Angst hält Führungskräfte davon ab, Mitarbeitern weiteren Freiraum und Verantwortung zu geben? Haben sie Angst, der andere könnte „besser“ sein als sie, und halten sie ihn deswegen klein? Ich staune immer wieder, was Mitarbeiter in ihrer Freizeit machen – eine leitet einen grossen Verein für das und der andere organisiert kantonale Events für dies. Jeder von uns war als Kind kreativ und neugierig, und was bleibt davon im Berufsalltag? Ich frage mich dann, warum dieses Potenzial und die damit verbundene Motivation und Freude im Unternehmen so selten vorhanden sind. Wer er selbst sein kann, kann auch seine Kreativität fliessen lassen.

Spontaneität löst Sicherheit ab

Eine wahre Sicherheit gibt es nicht. Wir haben einfach ein Gefühl der Sicherheit, wenn wir Versicherungen/Verträge abschliessen, Geld auf dem Konto oder eine Stelle haben. Wie viel diese Sachen effektiv

nutzen, ist uns jetzt auch klar, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Was mache ich, wenn Sicherheit, wie ich sie kenne, nicht gewährleistet werden kann? Dann verlangt dies aus meiner Sicht eine Handlung aus dem Moment. Was fordert die Situation jetzt von mir? Muss ich handeln, abwarten oder einen anderen Weg gehen?

Der zuverlässigste Wegweiser ist der eigene Körper – die eigenen Gefühle und Empfindungen. Wie fühlt sich eine Idee in mir an, wenn ich sie ausspreche oder auf dem Flipchart visualisiere? So gehe ich jetzt mit der Unsicherheit im eigenen Geschäft um. Ich bin ein visueller Mensch und nutze das Flipchart einfach, um verschiedene Wege aufzuzeigen, und merke schon beim Schreiben, ob es mir leichtfällt und rasch viele Inputs kommen oder ob ich blockiert bin. Mit wie viel Energie erzähle ich einer anderen Person von meinen Ideen? Auch dann, wenn ich mir zuhöre, merke ich, ob ich wirklich von einer Idee überzeugt bin oder nicht.

Oder manchmal kommt auch eine Idee von mehreren Seiten auf mich zu, und da gilt es, die Zeichen im Alltag zu erkennen – was der nächste Schritt sein könnte, wie es mir jetzt zum Thema Podcast vor Kurzem ging.

Praktikabilität löst Planbarkeit ab

Planen ist gut und wichtig, aber heutzutage nicht mehr im gleichen Rahmen wie vorher möglich. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf den nächsten Schritt zu fokussieren und dann den nächsten Schritt, bis wir unser Ziel erreichen. In einer Welt, die sich auch sehr schnell ändert, macht dies auch Sinn. Jeder Schritt muss praktikabel sein und dem jetzigen Moment dienen. Dazu braucht es kurze Entscheidungswege und wirksame Lösungen. Verschwenderische und nicht wertschöpfende Abläufe haben in der neuen Welt schlichtweg keinen Platz mehr, ansonsten kann ein Unternehmen nicht überleben.

Was wirklich wichtig ist im Leben

Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch von Natur aus gut gesinnt ist, in Frieden mit anderen Menschen leben möchte und es schätzt, in Verbindung mit anderen Menschen zu sein. Vielleicht gibt uns das Virus die Chance, das Mit- und Füreinander wieder in den Vordergrund zu stellen. Das würde ich mir von Herzen für uns alle so sehr wünschen.

Impuls auf den Weg

Sich gegenseitig helfen und zusammenarbeiten – eins der Naturgesetze. Davon haben wir uns als Menschen leider etwas entfernt. Es liegt jetzt an jedem von uns, seinen Beitrag hier zu leisten, um unsere Welt wieder etwas menschlicher zu machen.

Zuerst veröffentlicht im Ladies Drive Magazin Ausgabe Nr. 52

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