Spiritualität und Business gehören zusammen

„Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört“ las ich mal in einem Interview. „Ich habe eben einen 5-tägigen Workshop zum Thema Achtsamkeit besucht, worin wir u.a. auch meditiert und Atemübungen gemacht haben“, sagte mir vor zwei Monaten ein junger Investment Banker einer Grossbank. Die Worte sind ein Zeichen, dass sich in der Geschäftswelt eine Wende zeigt. Auch hier kann man nicht länger Kopf (Rolle mit Denken/Wissen) und Herz (Mensch mit Gefühlen und Emotionen) trennen. Es braucht immer beides im Leben.

Was man heutzutage mit Spiritualität in Verbindung bringt, ist u.a. Meditation, Achtsamkeit, und Bewusstsein. Natürlich sind diese Praxen nur ein kleiner Teil und trotzdem können sie etwas bewirken. Spiritualität ist nichts Neues und gehört seit Jahrtausenden zum Alltag von verschiedenen Bevölkerungen weltweit. Wie Gregg Braden, amerikanischer Wissenschaftler und spiritueller Lehrer so schön sagt, „Science is catching up with spirituality.“ Mit anderen Worten, die Wissenschaft kann endlich die Auswirkungen der spirituellen Praxen auf den Mensch beweisen. Somit finden diese Praxen mehr und mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Deswegen hat für mich Spiritualität in diesem Rahmen auch ihren Platz in der Wirtschaft.

Wie bei allem, muss auch Spiritualität täglich im Geschäft gelebt werden, sodass die Wirtschaft davon profitieren kann und sie dort ihren Platz einnehmen kann. Es ist ein erster Schritt, wenn Sie zu Hause in Ihrem Privatleben Achtsamkeit ausüben und im stillen Wohnzimmer Atemübungen machen. In einem zweiten Schritt gilt es die Spiritualität  in den Geschäftsalltag zu integrieren, d.h. können Sie auch an der Arbeit, wenn es etwas hektisch wird, mit sich und anderen MitarbeiterInnen trotzdem einen achtsamen Umgang pflegen? Können Sie in solchen Zeit weiterhin ruhig atmen, sodass Sie einen klaren Kopf behalten und klare Entscheide treffen, statt emotional zu werden?

Eine wichtige Grundlage der Spiritualität ist, dass wir alles Eins sind. Was mir sicherlich geholfen hat diesen Begriff besser zu verstehen ist die Globalisierung der letzten Jahre. Es ist mir nicht mehr egal welche Produkte ich kaufe. Heute lege ich viel mehr Wert z.B. auf Inhaltsstoffe bei Körperprodukten oder kaufe Fair Trade Bananen oder Kleidungsstücke ein. Ich bin ein Teil der Wirtschaft. Mit meinem Portemonnaie bringe ich meine Achtsamkeit, gegenüber anderen Menschen und deren Natur, die ich niemals kennenlernen werde, klar zum Ausdruck. Achtsamkeit hört nicht bei mir auf, sie ist eine Einstellung gegenüber von jedem Lebewesen auf diesem Planeten.

Auf die Wirtschaft bezogen, heisst es im Supply Chain z.B. faire Preise zu zahlen, sodass alle überleben können. Es bringt nichts laufend Preise zu drucken und dabei kann der Lieferant langfristig nicht überleben. Wir haben vielleicht kurzfristig ein billigeres Produkt, leisten aber dann finanzielle Entwicklungshilfe für diese Länder. Deswegen müssen wir ganzheitlicher Denken und Handeln, nicht nur für eine nachhaltigere, aber auch für eine ethischere Wirtschaft. Es zahlt sich langfristig aus, wenn wir an dem Beispiel von Patagonia erkennen.

Es gibt nur diesen Planet für die Menschheit und jeder von uns hat die Verantwortung einen aktiven Beitrag zu leisten, dass unseren Planeten für weitere Generationen ein toller Lebensort bleibt.

Arbeit als ein Ausdruck der Liebe?

Die Trennung von Kopf und Herz stellt sich auch in der Berufswahl. Orientiere Sie sich nur nach dem Kopf und suchen Sie einen Beruf aus, wo Sie möglichst viel Geld verdienen? Oder beziehen Sie auch Ihr Herz in den Entscheid mit ein und suchen einen Beruf der Ihnen auch Freude bringt? Viel mehr junge Menschen stellen sich heutzutage auch die Frage, wie kann ich einen Beitrag für eine bessere Welt leisten? Hier kommt der Aspekt von einem tieferen Sinn mit ins Spiel. Es stellt sich die Frage, ob die Arbeit für einen selber lediglich dient Geld um ein Haus, Auto und Ferien zu haben? Oder ist die Arbeit ein Ausdruck des einzelnen Menschens und kann sogar als ein Ausdruck der Liebe bezeichnet werden? Ich bin der Meinung ja, wenn man mit Herz und Seele dabei ist. Diese Leute erkennt man sehr schnell, sie haben oft ein Lächeln im Gesicht J

Ich kenne jemand mit einem PhD in Engineering der jahrelang für die Raumfahrtindustrie im Bereich Prozessverbesserung arbeitete. Ihm gefiel die Arbeit sehr, das Team war toll und er wurde entsprechend gut belohnt. Mit der Zeit fehlte ihm trotzdem noch irgendetwas – nämlich denn Sinn seiner Arbeit. Er wollte mit seinem Wissen und Erfahrung dort einsetzen, wo Menschen direkt davon profitieren konnten und wechselte dann zu einer Wohltätigkeitsorganisation. Das Ziel der Prozessverbesserung dort ist dass, möglichst viel von den Spendengeldern an hilfsbedürftige Personen gehen, und die administrativen Prozesse effizienter werden. Klar musste er finanziell etwas zurückstecken, dafür ist er mit Herz und Seele an der Arbeit und sie erfüllt ihn sehr.

Es gilt in diesem Zusammenhang auch zu überlegen, ob Sie hinter den Produkten und Dienstleistungen der Firma stehen können. Wenn ich als Buchhalterin die Wahl habe bei einer Kosmetikfirma zu arbeiten, welche noch Parabene und Mineralöle in ihren Produkten verwendet oder eine Firma die innovativen natürliche Produkte im Einklang mit der Natur herstellt zu arbeiten, dann fällt oft der Entscheid zugunsten von Firmen die auch ihre soziale Pflicht wahrnimmt und doch noch rentabel ist.

Gedanken auf den Weg

„Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“ (Khalil Gibran) – reflektieren Sie Mal Ihre persönliche Situation. Ist Ihre Arbeit einen Ausdruck von Ihrem wahren Selbst und bringt sie Ihnen und anderen dadurch eine grosse Freude?

Zuerst veröffentlicht im Ladies Drive Magazin Ausgabe Nr. 47

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