Women and Purpose, or Just Purpose?

Wir haben uns alle schon mal die eine oder andere Frage gestellt, wer bin ich? Was ist der Sinn vom Leben? Was ist meine Berufung? Was möchte ich im Leben erreichen? Gibt es mehr im Leben als nur die Geburt, Schule, ggf. Heirat, Arbeit, Pensionierung und den Tod? Oft suchen wir einfach viel zu weit.

Die Antworten zu diesen Fragen liegen, aus meiner Sicht, in der Sinn-Frage. Die Antwort auf die Sinn-Frage ist ganz einfach – sei Dich selbst. Klingt einfach, aber die meisten von uns sind weit davon entfernt. Wir passen uns überall an, merken es nicht und wissen nur, dass wir innerlich nicht richtig glücklich sind, auch unsere Gesundheit zeigt, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist.

Eine Kollegin hat das Thema während den Festtagen mit einem Satz auf den Punkt gebracht: „Wir haben ein schönes Haus und gute Jobs, also müssen wir glücklich sein.“ Oft sind die Sachen, von welchen wir denken sie machen uns glücklich, diejenigen die das Gegenteil bewirken. Statt frei sind wir gebunden. Alles in der Aussenwelt hat seinen Preis, und Du musst etwas dafür machen. Im Gegensatz dazu, wenn Du etwas von tiefstem Herzen wünschst, musst Du etwas dafür tun, dies kostet Dich kein Geld, dafür aber Mut. Mut Dich selbst zu sein. Als Kind war alles möglich, Du hast nichts hinterfragt, einfach gemacht und jetzt? Wie frei bist Du wirklich in deinem Tun?

Born free

Ich habe ein WWF Poster mit einem süssen Panda und dem Untertitel „Born Free“ schon lange bei mir im Büro aufgehängt. Es zeigte mir auf, dass Tiere als freie Wesen geboren werden und nicht in erster Linie, um vom Menschen für eigene Zwecke gebraucht zu werden. Und eigentlich ist der Mensch nicht anders als der Panda. Jeder von uns ist auch „born free“. Beim Panda wie auch bei uns, ändert sich dieser Ursprungszustand leider relativ schnell durch äussere Einflüsse. Unbemerkt landen wir auf Wegen und in Situationen die nicht im Einklang mit unserem tiefsten Kern – unserem Herzen – sind. Nur ändern wir nichts, weil wir glauben das Leben ist einfach mal so, dies sei normal und deshalb auch richtig. Wir handeln unbewusst nach den Glaubensmustern von unseren Eltern und unserer Gesellschaft und sind auf eine Art gefangen und nicht mehr frei.

Für wen?

95% unserer Handlungen im Alltag sind vorprogrammiert. Mit anderen Worten, wenn Du nicht aktiv wirst und Dich nicht fragst – möchte ich das wirklich und für wenn mache ich das eigentlich – wird jeder Tag, jede Woche gleich sein. Somit brauchst Du auch keine Kristallkugel. Du musst nur schauen wie Dein Leben jetzt aussieht und dann weisst Du wie es nächste Woche und nächstes Jahr aussehen wird. Wenn Du damit glücklich und zufrieden bist, dann ist es natürlich in Ordnung. Falls Du deine Entscheidungen aber oft wegen anderen triffst, z.B. aus Pflichtgefühl oder „das gehört sich“ und nicht für Dich, dann sollte sich etwas ändern.

To be me is to be free

„To be me, is to be free.“ – so lautet mein persönliches Lebensmotto. Es war nicht immer so und ich bin noch auf dem Weg dahin. Vorher war ich nie frei und habe mich auch nicht gross mit dem auseinandergesetzt. Ich dachte das Leben ist einfach so wie es gerade ist. Ich wachse auf, mache meine Ausbildung und suche mir danach eine gute Stelle. Ich stellte nie gross die Frage, ob ich das möchte und damit wirklich zufrieden wäre. Ich machte einfach das was alle anderen auch tun, war dabei auch nicht unglücklich muss ich dazu sagen.

Ich war aus meiner Sicht frei, da ich mir, dank dem guten Verdienst, alles leisten konnte was ich wollte. Erst als ich die Chance bekam mein Kindheitstraum zu realisieren, merkte ich das es noch eine andere Stufe von Freiheit gab – nämlich mich selbst zu sein. Das hiess etwas zu machen, woran ich wirklich Freude hatte und mich verwirklichen konnte. Mit 35 Jahren wagte ich den Schritt aus der Geschäftswelt und begann eine langjährige Umschulung, um heute mit Mensch und Pferd zu arbeiten. Nach der Ausbildung bekam ich die Chance für einen sehr bekannten Reitlehrer zu arbeiten. Ich habe die Stelle nicht angenommen. Es wäre sicherlich einfacher gewesen, als als Neuling eine eigene Firma zugründen. Aber ich wusste dazumal, dass ich nicht frei gewesen wäre meinen Weg zu gehen, wie ich mir das vorstellte.

Von meinen Pferden habe ich in dieser Hinsicht viel gelernt. Mein schwarzes Quarter Horse namens Hummer, auch Black Diamond genannt, ist ein grossartiger Lehrer. Und was das Herz anbelangt ist er kompromisslos. Er merkt sofort, ob ich im Herz oder im Kopf bin und spürt dies schon bevor ich bei ihm auf der Weide bin. Wenn ich mich auf die Pferde freue und so Richtung Weide laufe und Hummer mich sieht kommt oft ein Wiehern und er kommt auf mich zu. Es gibt andere Tage wo ich mich auch freue aber mir nicht bewusst bin, dass mich noch ein Thema beschäftigt. An solchen Tagen „muss“ ich zu ihm laufen.

Von der Natur können wir bezüglich uns selbst sein auch etwas lernen. Ein Vorteil der Natur, sei es eine Pflanze, ein Baum oder ein Tier ist, dass sie sich nicht verstellen können. Sie sind einfach wie sie sind und streben nichts weiteres an. Stelle Dir Dein Alltag vor, wenn Du nicht dauernd etwas anstreben würdest, dass nicht mit Deinem Herzen im Einklang ist. Mental wäre Dein Kopf frei für andere Gedanken, emotional wärest du ausgeglichener. Es wäre, als ob eine riesige Last wegfallen würde. Deswegen freuen wir uns so auf die Ferien, nicht nur um neue Orte zu erkunden, sondern mehrheitlich, weil wir unsere Zeit frei gestalten können. Stelle Dir vor, Du müsstest dafür nicht in die Ferien gehen, weil Du vermehrt Dein Alltag so gestaltest, dass Du wirklich Dich sein kannst. Der Impuls etwas zu tun oder nicht tun kommt von innen und nicht von aussen.

Die Quelle der Impulse ist massgebend für Deine Lebensqualität. Dann spielt es auch keine Rolle wer Du bist. Dann ist es nicht Women and Purpose, sondern nur Purpose. Ein Mensch sollte sich selbst sein können ohne dieses „selbst“ definieren zu müssen. Sobald wir versuchen uns selbst und unsere Ziele zu beschreiben, bedienen wir uns den eingeschränkten Mitteln der Sprache und wir müssen kategorisieren. Wir sollten lernen uns selbst zu sein ohne dies in Worte fassen zu können, gelingt dies sind wir wirklich wir selbst und akzeptieren uns und unsere Ideen so wie sie sind unabhängig von vorgegebenen Normen. Eine Frau soll nur sich sein. Das gleiche gilt für Männer. Ein Mann muss auch nicht anders sein als das was er innerlich ist. Somit lebt jeder seine Essenz.

Gedanken auf den Weg

„Du selbst zu sein, in einer Welt die Dich ständig anders haben will, ist die grösste Errungenschaft.“ Ralph Waldo Emerson

Zuerst veröffentlicht im Ladies Drive Magazin Ausgabe Nr. 49

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